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Zum Frieden in der Welt gemahnt

Von: Dieter Junker

Online-Friedensandacht zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren und Erinnerung an Schicksal von Wendelin Bauer.

Biebern. Bei einer Online-Friedensandacht haben in der evangelischen Kirche in Biebern katholische und evangelische Christen an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert und zum Frieden in der Welt gemahnt. „Es ist wichtig, das Gewissen wachzuhalten, aufmerksam zu sein und fanatischem Gedankengut sowie Verharmlosung von Grauen und Schrecken entgegenzutreten, damit solches nicht mehr geschehen kann“, betonte Susanne Reuter, die Frauenreferentin des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach in Biebern. 

„Was ist der 8. Mai? Waffenstillstand? Befreiung? Stunde Null? Frieden?“, fragte Superintendent Hans-Joachim Hermes in der Andacht. Sicher zunächst einmal der Tag, an dem die Waffen schwiegen. Doch damit sei nicht alles vorbei. „Die Folgen waren noch lange spürbar, manche bis heute. Und nicht nur die Folgen des Zweiten Weltkriegs, auch die Folgen vieler Kriege an vielen Orten dieser Welt bis heute. Und manches Mal auch mit Soldaten aus unserem Land“, machte Hermes deutlich.

Frieden ist, wenn die Waffen schweigen, das sei ihm zu wenig, betont der Superintendent. „Frieden ist, wenn all diese Geschichten so nicht mehr erzählt werden. Wenn Menschen offen erzählen, was sie erlebt, was sie belastet, wenn Wege zueinander im Verständnis füreinander zu allen gesucht werden. Wenn die Geschichtsvergessenen dieser Tage nicht mehr in die alte Sprache verfallen, die Verharmlosung, die Leugnung dessen, was zu diesem Krieg führe, was in dieser Zeit an Unrecht geschah und was auch über diese Tage hinaus an Leid war und ist in unserem Land und in vielen Ländern der Welt“, so Hans-Joachim Hermes, der darum sagt: „Ich kann mit diesem Frieden auch beginnen an einem Tag wie diesem, an einem 8. Mai.“

Renate Petry, Presbyterin der evangelischen Kirchengemeinde Neuerkirch-Biebern-Alterkülz, erinnerte in der Andacht an das Schicksal von Wendelin Bauer aus Külz, der als gerade 18-Jähriger kurz vor dem Ende des Krieges als vermeintlicher Deserteur hingerichtet wurde und dessen Grabstein sich noch heute auf dem Friedhof in Biebern befindet. „Wir wollen heute innehalten und das Schicksal eines Jugendlichen im Zweiten Weltkrieg in den Mittelpunkt stellen. Deswegen sind wir in dieser Kirche“, so Beate Jöst, evangelische Gemeindepädagogin im Kirchenkreis.

Die Online-Friedensandacht, sie war ein ökumenisches Projekt, an dem in der Andacht auch die Pastoralreferentin des Dekanates Simmern-Kastellaun, Hildegard Forster, mitwirkte, die ein Friedensgebet in der Kirche sprach. Musikalisch umrahmt wurde die Andacht von Kantor Joachim Schreiber aus Simmern. Die Filmaufnahmen machte Gemeindepädagoge Tobias Hauth.

Hier die Online-Andacht zum Anschauen: youtu.be/KFL39SlFNps


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