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Den Menschen Mut machen zum Leben

Von: Dieter Junker

Ingo Seebach ist als neuer Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden Sohren und Ober Kostenz in einem Festgottesdienst in Sohren in sein Amt eingeführt worden.

Pfarrer Ingo Seebach (5. von links in der vorderen Reihe) mit Presbyterinnen und Presbytern der beiden Gemeinden, Superintendent Hans-Joachim Hermes und Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Kirchenkreis und der Ökumene. Foto: Dieter Junker

Sohren. Ingo Seebach ist neuer Pfarrer der beiden evangelischen Kirchengemeinden Sohren und Ober Kostenz. In einem Festgottesdienst in der evangelischen Kirche in Sohren wurde er von Superintendent Hans-Joachim Hermes in sein Amt eingeführt. Er ist damit Nachfolger von Christian Hohl, der im Sommer als neuer Pfarrer der lutherischen Gemeinde in Sydney nach Australien ging.

„Jetzt nach Weihnachten und Neujahr hat viele von uns der Alltag bereits wieder. Doch hier in Sohren ist dies ein besonderer Tag. Denn ein neuer Pfarrer ist für die Gemeinden ein guter Grund zum Feiern“, meinte der Zeller Pfarrer Thomas Werner, der seit Sommer als Vakanzverwalter in Sohren und Ober Kostenz tätig war. Und Superintendent Hermes sagte: „In diesen ersten Tagen des neuen Jahres nehmen sich Menschen meist Dinge vor, hier in Sohren und in Ober Kostenz fängt man etwas Neues an.“

Er wisse, dass sich die beiden Kirchengemeinden angesichts mehrerer Pfarrwechsel in den vergangenen Jahren, aber auch angesichts von vielen Strukturveränderungen wünschen würden, dass nun Ruhe einkehre, ohne weitere Veränderungen, betonte der Superintendent. Er verwies auf die Tageslosung aus dem vierten Psalm „Wer wird uns jetzt Gutes sehen lassen?“ An einen neuen Pfarrer wäre dies sicher eine hohe Erwartung, gab Hans-Joachim Hermes zu bedenken. Doch Psalmen seien Gebete, und dieser Psalm veweise den Segen Gottes. 

„Und das ist auch die Aufgabe des Pfarrers, zu segnen“, machte der Superintendent deutlich. Den Elenden die gute Botschaft bringen, die zerbrochenen Herzen verbinden, den Gefangenen die Freiheit verkünden und den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen, so Hermes. „Und dazu gehört dann auch: Verkündigen und nicht alles selber machen. Trösten und nicht alles neu machen. Vergebung zusprechen, aber nicht alle Fesseln selber lösen. Hoffnung verkündigen, doch nicht selbst der Heilsbringer sein“, fügte er hinzu und gab sich überzeugt: „Was gibt es Schöneres, was gibt es Wichtigeres, als Menschen den Segen Gottes zuzusprechen und ihnen Mut zu machen zum Leben?“

Der 57-jährige neue Pfarrer von Sohren und Ober Kostenz stammt aus Köln. Er studierte evangelische Theologie in Bonn und Marburg, von 1994 bis 2004 war er als Pastor im Sonderdienst Kurseelsorger in Bad Bertrich. Im Januar 2004 ging er als neuer zweiter Pfarrer nach Traben-Trarbach-Wolf, von 2005 bis 2019 war Ingo Seebach dann Pfarrer der Kirchengemeinde Wolf an der Mosel. Seit 2018 ist er auch Jugendpfarrer des Kirchenkreises Simmern-Trarbach.

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe in den Kirchengemeinden Sohren und Ober Kostenz“, so Pfarrer Seebach. Er habe schon einige Menschen in den Dörfern dieser beiden Gemeinden kennengelernt. Und: „Ich bin beeindruckt von der Arbeit, die dort geleistet wird. Und dass ich nun Pfarrer in zwei Kirchengemeinden bin, wo Musik und Bücher eine sehr prominente Rolle spielen. Das macht mich schon ein wenig stolz.“

„Die Weisen aus dem Morgenland haben sich auf den Weg gemacht, mit den Füßen und dem Herzen, auf der Suche nach dem neuen König“, meinte er in seiner ersten Predigt als neuer Pfarrer. Und er hoffe, dass sich auch heute Menschen auf die Suche machen würden nach dem Ort, wo sie entdecken würden, welchen Stellenwert sie bei Gott haben, wo sie niederknien, aber sich auch wieder aufrichten könnten.

Viele waren in die Sohrener Kirche zur Amtseinführung des neuen Pfarrers gekommen. Gleich drei Chöre aus Sohren und Ober Kostenz gestalteten den Festgottesdienst musikalisch mit. Und Superintendent Hans-Joachim Hermes forderte alle auf: „Steht dem neuen Pfarrer bei, betet für ihn, lasst ihn Euch seinen Dienst gefallen und seid auch offen für Überraschungen.“


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