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Hunsrücker Christinnen und Christen mahnen zum Frieden

Von: Dieter Junker

In einem ökumenischen Gottesdienst in Kirchberg wurde an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren erinnert.

Ökumenischer Gottesdienst zur Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren. Foto: Dieter Junker

Kirchberg. Christinnen und Christen aus dem Hunsrück haben bei einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Michael in Kirchberg an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren und die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert. Gleichzeitig wurde in dem Gottesdienst aber auch zum Frieden in der Welt gemahnt.

„Manche sagen, ich kann das alles mit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr hören. Dabei ist es viel schmerzlicher, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die noch von den schlimmen Erlebnissen der Kriegszeit erzählen können“, meinte Pfarrer Hans-Joachim Hermes, der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach. Denn die Erinnerung und das Gedenken seien weiterhin wichtig, auch als Mahnung für den Frieden, unterstrich Hermes.

Im Gottesdienst wurde beim Kyrie an die Lüge von der polnischen Schuld am Kriegsbeginn erinnert, aber auch heutige Lügen beklagt, die als Begründung für Krieg und Gewalt dienen. Ebenso wurde an die mehr als 55 Millionen Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert, aber auch die mehr als 35 Millionen Opfer von Kriegen seit 1945 beklagt. Auch wurde im Kyrie an die Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert, gleichzeitig aber auch das Leid der Flüchtlinge heute beklagt. „Und wir erinnern und beklagen die Gewaltspirale, die damals wie heute nicht nach friedlichen Lösungen bei Konflikten suchen lässt“, so Superintendent Hermes.

„Heute vor 80 Jahren begann eins der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte“, betonte in der Predigt Pastor Dr. Jochen Wagner von der Freien Evangelischen Gemeinde Kirchberg. Auch wenn Deutschland seit mehr als 70 Jahren eine Friedenszeit erlebe, so seien Krieg und Gewalt weiterhin präsent. „Und darum lädt dieser Tag zum Nachdenken ein“, so Wagner, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Südwest ist.

Pastor Wagner erinnerte an das Psalmwort „Suche den Frieden und jage ihm nach“. Alle würden den Frieden suchen, in der Familie, in der Beziehung, aber auch im Land, in dem man lebe, machte er deutlich. „Doch die Sehnsucht nach dem Frieden wird nie gestillt sein, sondern wir werden immer auf der Friedenssuche sein. Und in der Welt erleben wir oft eine verzweifelte Suche nach dem Frieden“, so Jochen Wagner.

Gott sage Nein zu Gewalt und Krieg. Und es sei schlimm, wenn die Religion herhalten müsse, um Gewalt zu begründen, beklagte der ACK-Vorsitzende. „Gott und Frieden gehören zusammen. Und darum lohnt es sich, dem Frieden nachzujagen“, machte Jochen Wagner klar und forderte: „Lasst uns Friedensstifter sein und lasst uns nicht nachlassen in der Suche nach dem Frieden.“

Im Gottesdienst, der musikalisch vom Jugendchor „No Limits“ aus Kastellaun unter Leitung von Dekanatskantor Volker Klein und von Organist Hans-Otto Braun an der Orgel mitgestaltet wurde, tauschten die Gottesdienstbesucher den Friedensgruß in vielen Sprachen miteinander aus, ein Zeichen des versöhnenden Miteinanders und als Friedensgruß hinaus in die Welt.

„Christus gibt uns den Frieden, wie ihn die Welt uns nicht geben kann“, mahnte Pfarrer Ludwig Krag, der Dechant des katholischen Dekanates Simmern-Kastellaun, unter Verweis auf das Evangelium, das im Gottesdienst gelesen wurde. Und er betonte: „Ich hoffe, dass Sie alle heute Gedanken mitnehmen, die zum Frieden beitragen.“


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