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Nach 36 Dienstjahren ist Schluss

Von: Dieter Junker

Pfarrer Joachim Müller-Hargittay geht in den Ruhestand. Am 7. Juli wird der Seelsorger in der evangelischen Kirche in Gödenroth verabschiedet.

Pfarrer Joachim Müller-Hargittay. Foto: Dieter Junker

Gödenroth. Nach 36 Dienstjahren ist nun Schluss: Pfarrer Joachim Müller-Hargittay aus Gödenroth geht in den wohlverdienten Ruhestand. Am 7. Juli feiert dies die evangelische Kirchengemeinde Zehn Türme mit einem Gottesdienst in der Kirche in Gödenroth und einem anschließenden gemütlichen Beisammensein im kommunalen Gemeindehaus des Hunsrückortes.

Wehmut empfindet er keine, wenige Tage vor dem Beginn des Ruhestandes. „Ich freue mich auf die kommende Zeit und gehe mit einem guten Gefühl“, meint Joachim Müller-Hargittay. Er sei froh, nun die dienstliche Verantwortung, aber auch die Seelsorge auf andere Schultern legen zu dürfen, und er freue sich auf die freie Zeit, die nun auf ihn warte, sagt er. „Ich gehe in einer Situation, in der er in unserer Kirchengemeinde eine spürbare Aufbruchstimmung nach all den Umstrukturierungen herrscht, und das ist gut so“, betont der Theologe.

Umstrukturierungen, damit hat der Pfarrer in seinem Berufsleben durchaus viele Erfahrungen machen dürfen. Seine erste Pfarrstelle in Kellenbach gibt es in dieser Form nicht mehr, später wurde er Pfarrer in der Kirchengemeinde Gödenroth-Heyweiler, die dann mit Roth fusionierte, bevor diese dann mit drei Nachbargemeinden die neue Kirchengemeinde Zehn Türme bildete. „Es war nicht immer alles ganz einfach und ist auch den Menschen in der Gemeinde nicht immer leichtgefallen“, weiß Müller-Hargittay zu berichten. Dennoch glaube er, dass die neue Pfarrei nun auf einem guten Wege ist.

„Die Zeiten, in denen wir uns an engen Grenzen als Kirche orientieren, sind vorbei. Früher war es oft so, dass ein Dorf mit einer Kirche auch eine Gemeinde war. Heute stehen dagegen eher geistliche Räume im Blick, in denen Kirche erfahrbar sein muss“, gibt der scheidende Pfarrer zu bedenken. Dies erfordere ein Umdenken bei den Menschen in den Gemeinden wie auch den Pfarrern, sagt Müller-Hargittay, ist aber auch überzeugt: „Kirche ist in Bewegung und wir haben schon vieles auf den Weg gebracht.“ Hier könne sich die Kirche an Christus orientieren. „Jesus ging in den Tempel und die Synagoge, aber er war auch immer auf dem Weg“, macht er deutlich.

Nach seinem Ruhestand wird der Pfarrer weiter in Gödenroth mit seiner Frau wohnen bleiben, beide haben das Pfarrhaus gekauft. „Ich fühle mich hier im Hunsrück sehr wohl und wir haben in den Jahren hier viele Freundschaften geschlossen“, betont Joachim Müller-Hargitty. Und fügt zufrieden hinzu: „Wir haben hier Wurzeln geschlagen.“

Nun steht seiner Frau und ihm jedenfalls ein neuer Lebensabschnitt bevor. Und da wird die Musik sicher eine wichtige Rolle spielen. „Es ist schön, dass ich nun die Zeit habe, mit meiner Frau, der ich in den 36 Jahren meines Berufslebens viel Unterstützung, aber auch kritische Begleitung verdanke, wieder mehr musikalisch zu arbeiten“, freut er sich. Seit einiger Zeit nimmt er Orgelunterricht, gemeinsam mit seiner Frau, die Flöte spielt und Chorleiterin ist, würde er gerne auch immer wieder mal Gottesdienste musikalisch mitgestalten oder umrahmen. „Das ist auch ein Stück Verbundenheit mit der Gemeinde und ihren Menschen“, betont er.

Auch wenn nun keine Taufen, Trauungen. Konfirmationen oder Beerdigungen für ihn mehr anstehen, den Talar will er nicht an den Nagel hängen. „Ich freue mich auch drauf, auch weiter in Sonntagsgottesdiensten, wenn ich gebraucht werde, zu predigen und Gottes Wort zu verkündigen“, sagt er. Denn eins ist für ihn auch klar: „Meine Ordination gilt lebenslang, die endet nicht mit der Verabschiedung in den Ruhestand.“

Doch diese Verabschiedung steht nun erst einmal an. Am 7. Juli ist um 14.30 Uhr der Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Gödenroth mit seiner Entpflichtung als Pfarrer der Gemeinde, im Anschluss daran ist dann die Feier im Gemeindehaus. Und dort werden sicher viele die Gelegenheit wahrnehmen, sich von „ihrem“ Pfarrer dann auch zu verabschieden.

Joachim Müller-Hargittay wurde 1955 in Meisenheim geboren. Nach dem Abitur studierte er in Wuppertal und Heidelberg evangelische Theologie. Sein Vikariat absolvierte er ab 1983 in der Kirchengemeinde Bacharach-Steeg, es folgte der Probedienst 1985 in Idar-Oberstein, bevor er 1986 Pfarrer in der Kirchengemeinde Kellenbach wurde. In dieser Zeit unterrichtete er Religion an den Grundschulen Gemünden und Tiefenbach und war zudem Diakoniebeauftragter des Kirchenkreises Simmern-Trarbach. 2006 übernahm der die Entlastungspfarrstelle des Superintendenten in Simmern, bevor Joachim Müller-Hargittay Pfarrer der Kirchengemeinde Gödenroth-Heyweiler, später dann auch Roth wurde. Seit Beginn dieses Jahres ist er Pfarrer der Kirchengemeinde Zehn Türme. Im Kirchenkreis war der Pfarrer zuletzt Vorsitzender des Ausschusses für Kirchenmusik.


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