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Ortrun Hillebrand neue Zehn-Türme-Pfarrerin

Von: Dieter Junker

In einem festlichen Gottesdienst wurde Ortrun Hillebrand in Laubach von Superintendent Hans-Joachim Hermes in ihr Amt als Pfarrerin der Kirchengemeinde Zehn Türme eingeführt.

Pfarrer und Presbyter vor der Laubacher Kirche. Foto: Dieter Junker

Laubach. Ortrun Hillebrand ist neue Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde Zehn Türme. Die Theologin wurde in einem festlichen Gottesdienst in der Kirche in Laubach von Superintendent Hans-Joachim Hermes in ihr Amt eingeführt und von vielen Menschen aus dem ganzen Hunsrück herzlich willkommen geheißen.

„Es fühlt sich gut an, nun hier zu sein“, meinte die neue Pfarrerin. Und sie freue sich auf die gemeinsamen Wege in der neuen Kirchengemeinde, die ja erst zum Jahresanfang entstanden sei. „So ist es nicht nur für mich hier ein Anfang, es ist auch für viele in der Gemeinde ein Aufbruch, ein Neuanfang, aber doch auch ein Abschied zugleich“, meinte sie in ihrer Predigt. Altes, Vertrautes löse sich auf, die Türme seien mehr geworden, die Fläche größer, aber die Zahl der Gottesdienste und der Pfarrer gleichzeitig weniger, gab sie zu bedenken.

„Für viele ist das vielleicht auch mit der Sorge verbunden, dass ein Stück Heimat verschwindet“, war sie überzeugt und betonte gleichzeitig: „Die Menschen in der Gemeinde sind geblieben, und Jesus Christus bleibt das Haupt.“ So sei dies Abschied und Neuanfang, Herausforderung und Chance, Prozess des Zusammenwachsens und des Wandels. Und dabei meinte sie überzeugt: „Jesus Christus lässt uns dabei nicht allein, sondern er gibt uns das, was wir auf diesem Weg brauchen.“

„Zehn Türme. Eine Gemeinde, die stolz ist, es geschafft zu haben“, betonte Superintendent Hans-Joachim Hermes im Gottesdienst. Die Fusion sei vollzogen, jetzt gelte es, aufzubauen, die Wohnräume zu gestalten, die Treffpunkte, die Gemeinde. Und dann: „Eine neue Pfarrerin ist da. Jung und mit Elan. Die soll jetzt die nötigen Anstöße geben und schaffen“, fügte er schmunzelnd hinzu. Angesichts der Veränderungen in Kirche und Gesellschaft käme die neue Pfarrerin gerade recht.

„Sie kann Klavier und Orgel spielen, hat studiert, praktische Erfahrungen gesammelt. Und überall ist sie geschätzt. Da sind die Erwartungen hoch“, meinte er zur neuen Pfarrerin. Denn die neue Gemeindestruktur wolle gestaltet werden, die Alten dürften dabei nicht verloren, die Jungen aber auch gewonnen werden, Traditionen gewahrt und neue Ideen entwickelt werden. Doch mit Blick auf Pfingsten gab der Superintendent der neuen Pfarrerin mit auf den Weg: „Lasst Gottes Geist wirken. All unseren Gaben, unserer Energie zum Trotz: Es soll durch seinen Geist geschehen.“ Das entlaste. Denn: „Du kannst viel, du möchtest bewegen, bauen. Aber es hängt nicht alles von Dir ab. Und schon gar nicht von Dir alleine.“ Pfingsten sei daher auch ein Fest, das zur Erholung einlade. „Also habe einen guten Start in diese Kirchengemeinde mit all Deiner Energie, finde den Ort zur Ruhe und zur Gelassenheit und vertraue auf das Wirken des guten Geistes Gottes“, so Hermes.

Viele waren nach Laubach gekommen, um die neue Pfarrerin zu begrüßen. Die Kirche war voll besetzt, der Gottesdienst wurde musikalisch von Organistin Eva Völzing und dem Chor „Gospel-Spirit“ mitgestaltet, die Nachfeier vom Gesangverein aus Horn. Aber auch Gäste aus der bisherigen Kirchengemeinde Hünxe bei Dinslaken hatten sich auf den Weg in den Hunsrück gemacht, um ihrer „alten“ Pfarrerin alles Gute für den Start in der neuen Kirchengemeinde zu wünschen.

„Die neue Pfarrerin ist wahrlich eine hervorragende Verstärkung für die neue Gemeinde“, freute sich Pfarrer Dr. Florian Schmitz-Kahmen, der frühere Horner Pfarrer. Und der Kastellauner Pfarrer Knut Ebersbach freute sich auf die gute kommende Zusammenarbeit im Kooperationsraum. Doch auch von der katholischen Seite gab es herzliche Willkommensgrüße. „Es ist zu spüren, dass Sie die Menschen lieben“, meinte der Kastellauner Pastor Benno Wiedestein. Und Pastoralreferentin Anna Werle meinte, mit Blick auf die frühere Zusammenarbeit mit Ortrun Hillebrand: „Ich freue mich wie Bolle, dass Du wieder da bist.“ Dem schloss sich auch der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Simmern, Kurt Müller, an: „Wir werden alles gut, dass Sie es nicht bedauern, wieder in den Hunsrück gekommen zu sein, und dass Sie und Ihre Frau hier eine Heimat finden.“

„Schön, dass Du und Deine Frau Serena nun da seid“, freute sich auch Presbyterin Mechthild Dix-Lang (Riegenroth). Sie wünsche der neuen Pfarrerin viel Kraft, den Mut, Neues zu wagen, Hoffnung und Vertrauen, dass es auch gelingt, aber auch Geduld, wenn manches auch mal nicht klappt, meinte sie.

Die neue Pfarrerin Ortrun Hillebrand wurde 1979 in Essen-Werden geboren. Sie studierte evangelische Theologie in Bochum und Wuppertal. Ihren kirchlichen Vorbereitungsdienst leistete sie in der Kirchengemeinde Walsum-Vierlinden. 2011 wurde sie ordiniert und kam zum kirchlichen Probedienst in den Hunsrück, wirkte hier unter anderem in Sohren, Ober Kostenz und Rheinböllen. 2014 wurde sie zur Pfarrerin der Kirchengemeinde Hünxe im Kirchenkreis Dinslaken gewählt. Nun kehrt die Theologin, die verheiratet ist, in den Hunsrück zurück. Hier ist sie künftig eine der beiden Pfarrerinnen der Kirchengemeinde Zehn Türme. Die andere Pfarrerin ist Frauke Flöth-Paulus (Bell).


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