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Neue Kirchengemeinde Zehn Türme gegründet

Von: Dieter Junker

Mit einem Festgottesdienst in Gödenroth wurde die Gründung der neuen Kirchengemeinde Zehn Türme gefeiert. Zu ihr haben sich die bisherigen Kirchengemeinden Bell-Leideneck-Uhler, Horn-Laubach-Bubach, Gödenroth-Heyweiler-Roth und Riegenroth zusammengeschlossen.

Das große Presbyterium der neuen Kirchengemeinde Zehn Türme mit Superintendent Hans-Joachim Hermes in der Kirche in Gödenroth. Foto: Dieter Junker

Gödenroth. Mit dem neuen Jahr ist im evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach eine neue Gemeinde entstanden, die evangelische Kirchengemeinde Zehn Türme. Fast 4000 Evangelische in 35 Dörfern, von Laudert bis Leideneck, von Macken bis Klosterkumbd, mit zehn Kirchen. Es ist künftig die zweitgrößte Gemeinde im Kirchenkreis, entstanden aus dem Zusammenschluss vier bisher selbstständiger Kirchengemeinden. Mit einem Festgottesdienst in Gödenroth und einem anschließenden Empfang wurde diese Gründung gefeiert.

„Wir wollen uns heute auf einen neuen Weg begeben und eine neue Gemeinde gründen“, betonte Pfarrer Joachim Müller-Hargittay im Festgottesdienst. Und Pfarrerin Frauke Flöth-Paulus meinte in ihrer Predigt: „Wir tun dies vorsichtig und besonnen, aber auch im Vertrauen auf Gott und sein Wort, auf den Herrn der Kirche und der Kirchengemeinden. Das macht uns stark, diesen Weg zu wagen. Denn wir spüren, dass sein Wort uns schon lange trägt.“

Mit einer Eheschließung verglich Superintendent Hans-Joachim Hermes in seinem Grußwort den Zusammenschluss der vier Gemeinden. „Gestern Abend an Silvester feierten die vier Gemeinden mit ihren letzten Gottesdiensten in den bisherigen Gemeinden quasi den Junggesellenabschied, nun geht das Neue, Gemeinsame los“, meinte er. Und in dieser neuen Gemeinde würden alle ihre eigene Geschichte mitbringen, die auch nicht abgelegt werde nach der Fusion: „Jeder ist, war und bleibt wichtig“, betonte der Superintendent.

Dabei steht die neue Kirchengemeinde für einen Auf- und Umbruch einer ganzen Region. Denn es ist ein Zusammenschluss von Gemeinden, die auf eine lange Geschichte zurückblicken können, wie Pfarrer Joachim Müller-Hargittay im Gottesdienst betonte. So gab es seit 1696 das Kirchspiel Gödenroth mit Heyweiler, wo bis 1929 auch schon Roth dazu gehörte, bevor diese Gemeinde pfarramtlich mit Kastellaun verbunden wurde und 2009 wieder zu Gödenroth zurückkehrte und 2017 zur Kirchengemeinde Gödenroth-Heyweiler-Roth fusionierte.

Das Kirchspiel Bell bestand seit der Reformation. 1853 löste sich Leideneck aus diesem Kirchspiel, wurde aber 1976 wieder pfarramtlich mit Bell verbunden. 2009 kam hier die Kirchengemeinde Uhler, die seit der Reformation mit Kastellaun pfarramtlich verbunden war, dazu. Die drei Gemeinden fusionierten 2016 zur Kirchengemeinde Bell-Leideneck-Uhler. 

Seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Laubach und Bubach vom Horner Pfarrer betreut, später wurden die drei Dörfer zu einer Gemeinde, die dann 1999 mit der Kirchengemeinde Riegenroth nach Auflösung des seit 1706 bestehenden Kirchspiels mit Pleizenhausen pfarramtlich verbunden wurde. Und all diese Gemeinden bilden nun die neue Kirchengemeinde Zehn Türme. „Für uns gibt es nun viel Neues zu erkunden, Neues aufzubauen“, so Pfarrerin Frauke Flöth-Paulus.

„Suchet die Gemeinschaft und jaget ihr nach“, forderte der Superintendent die neue Kirchengemeinde auf. Jede der bisherigen Gemeinde bringe Eigenarten mit und bleibe auch, wie sie war. Aber: „Denkt jetzt dran, dass ihr alle Sachen künftig gemeinsam macht und das Gemeindeleben gemeinsam gestaltet“, gab Hans-Joachim Hermes der neuen Gemeinde mit auf den Weg.

Und die feierte am Neujahrstag einen bunten Gottesdienst, musikalisch begleitet von der Band „Schokoladensaite“ und Matthäus Huth an der Orgel. Und beim anschließenden Sektempfang bestand dann schon die erste Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und regen Gedankenaustausch.


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