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Kirche in Ohlweiler erhält rheinischen Architekturpreis

Für die künstlerische Ausstattung der evangelischen Dorfkirche in Ohlweiler hat die Trinitatis-Gemeinde den Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland erhalten, der am 30. November zum dritten Mal vergeben wurde.

Blick in die neu renovierte Kirche in Ohlweiler. Foto: Bilderwerk 2016 - Sven Biernath

Für die künstlerische Ausstattung der evangelischen Dorfkirche in Ohlweiler hat die Trinitatis-Gemeinde den Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland erhalten, der am 30. November zum dritten Mal vergeben wurde. Prämiert wurden mit der undotierten Auszeichnung Neubauten oder Umbauten in den Kategorien Kirche, Gemeindehaus und gebäudebezogene künstlerische Ausstattung. Zudem wurden zwei Sonderpreise für gelungene Denkmalpflege vergeben und – zum ersten Mal – ein Publikumspreis.

In der Kategorie gebäudebezogene künstlerische Ausstattung prämierte die Jury dabei das mutige Kunstprojekt der Trinitatisgemeinde in ihrer kleinen Dorfkirche in Ohlweiler. Die künstlerische Ausstattung des denkmalgeschützten schlichten Kirchraumes umfasst eine Wandmalerei, die sich in Gänze erst bei genauerem Hinsehen entdecken lässt, sowie farbig gestaltete Glaselemente, die vor die bestehenden Fenster der Kirche gestellt wurden. „Dem Künstler gelingt es mit dem gezielten Einsatz von Farbe, kalligrafischen Elementen sowie der Verbindung von Kanzel und Raumhülle einen völlig neuen Raumeindruck zu schaffen, den der Besucher nicht erwartet“, so die Jury.

Der Künstler Eberhard Münch hat den Kirchenraum der Evangelischen Kirche Ohlweiler komplett neugestaltet. Zur Gestaltung gehörten ein neues Farbkonzept, die Kirchenfenster und die künstlerische Ausmalung mit kalligraphischen Elementen.

„Wo der Geist Gottes weht, da ist Freiheit“ – dieser Vers aus dem 2. Korintherbrief 3,17 steht jetzt an der Kanzelwand der Ohlweiler Kirche. Bei näherem Hinsehen erkennen Kirchenbesucherinnen und -besucher vier kalligraphisch gestaltete Elemente im Gottesdienstraum. Zur Farbgebung in der Kirche gehören wärmendes Rot und kühles Blau genauso wie Licht und Helligkeit. Die Neugestaltung erfolgte im Zuge von Sanierungsarbeiten. Seit März 2016 erstrahlt die Kirche nun in neuem Licht.

Da die Fenster nicht komplett verschlossen werden sollten, setzte der Wiesbadener Künstler unterschiedlich große Farbbahnen aus Glas in filigranen Teilrahmen in die Leibung. Für die Kirchenfensterkunst wurde das Glas mit einer vielschichtigen Malerei versehen. Größere Leuchtkraft und Tiefe erhielten die Scheiben durch Applikationen von mundgeblasenen Echtantikgläsern. Im Blog des Künstlers sehen Besucher das Werk unter anderem mit 360-Grad-Panoramabildern.

Unterstützt wurde das ganze Vorhaben aber auch von Architekt Bernd König, der die ganzen Ausschreibungen und Überwachungen der Gewerke durchgeführt und damit die Voraussetzungen geschaffen hat, dass die künstlerische Arbeit von Eberhard Münch durchgeführt werden konnte. Ebenso half er auch tatkräftig bei der Gestaltung der Plakate für die Präsentation in Düsseldorf. 

In der Renovierungsphase haben auch viele Gemeindeglieder Hand angelegt, und finanziert wurde das Projekt auch durch viele Spenden, darunter auch eine großzügige Einzelspende in Höhe von 25.000 Euro, mit der die farbigen Glasscheiben finanziert werden konnten.

Eine Multimediastory über die prämierten Projekte, so auch über Ohlweiler, kann unter www.gotteshaeuser2018.ekir.de angesehen werden.

Der Architekturpreis der Evangelischen Kirche im Rheinland wurde 2012 zum ersten Mal verliehen und wird alle drei Jahre ausgelobt. Der Preis soll die Anstrengungen der der Kirchengemeinden und Kirchenkreise würdigen, in Zeiten knapper Geldmittel ihre Gebäude einladend und mit evangelischem Profil zu gestalten.

 

Ausgezeichnet werden dabei die Entwurfsleistungen der Architekturbüros und bildenden Künstlerinnen und Künstler sowie das Engagement der Kirchengemeinden und Kirchenkreise als Bauherren. „Denn nur gemeinsam gelingen die wirklich überzeugenden Lösungen, die wir unter den Gewinnerinnen und Gewinnern präsentiert sehen“, erklärt Gudrun Gotthardt, leitende Baudirektorin der rheinischen Kirche. „Im optimalen Fall bieten die Gebäude eine gute Hülle für die Inhalte und Konzepte einer Gemeinde. Wenn beides gut zusammenpasst, kommt auch unsere christliche Botschaft überzeugend herüber.“


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