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Simmern-Trarbach ist eine „Kirche in Bewegung“

Von: Dieter Junker

Die Kreissynode des Kirchenkreises Simmern-Trarbach diskutierte in Holzbach auf ihrer Herbsttagung strukturelle Veränderungen. Daneben betonten die Protestanten aber auch die Bedeutung der Ökumene.

Blick in das Plenum bei der Herbstsynode in Holzbach. Foto: Dieter Junker

Holzbach. Der evangelische Kirchenkreis Simmern-Trarbach ist eine Kirche in Bewegung. Zahlreiche strukturelle Veränderungen wurden hier in den vergangenen Jahrzehnten angestoßen und angegangen, vieles ist im Umbruch. Dieser Wandel stand auch im Blickpunkt der Kreissynode des Kirchenkreises in Holzbach.

„Wir haben Weichen für unseren Kirchenkreis gestellt“, betonte Superintendent Hans-Joachim Hermes vor den rund 70 Synodalen im Gemeindehaus in Holzbach. Dabei gehe es um die solidarische und intensivere Zusammenarbeit in den vier Kooperationsräumen des Kirchenkreises. „Das ist kein Rezept zum Umgang mit zu erwartenden geringeren Kirchensteuermitteln oder der Reduzierung von Pfarrstellen. Wir sehen darin vielmehr eine Chance, eine Bereicherung und die Möglichkeit zu einer Qualitätssteigerung“, machte Hermes deutlich.

Und in der Tat hat sich in den vergangenen Monaten bereits viel getan und verändert. Ein gemeinsames Gemeindebüro an der Mittelmosel geht mit Jahresbeginn an den Start, der Kooperationsraum Kastellaun soll hier noch 2019 folgen. In der Gemeindepädagogik wird es in den Kooperationsräumen Simmern und Kastellaun zusätzliche Stellen geben, eine dritte Kantorenstelle soll mit finanzieller Unterstützung durch den Kirchenkreis Trier im Raum Kirchberg/Sohren entstehen. 

„Die Region entdeckt sich als eine Einheit im Geist, und lebt in gegenseitiger Unterstützung“, freute sich darüber der Superintendent. Dabei verwies er auf viele andere Kooperationsprojekte, so gemeinsame Tage für den Kirchlichen Unterricht an der Mosel oder in Kirchberg/Sohren oder im Gemeindeverbund Simmern. „Auch wenn das Zusammenwachsen der Kirchengemeinden noch Zeit braucht, so will doch vieles einfach mal vertrauensvoll angedacht, entwickelt, ausprobiert werden. Abwarten ist auch eine Lösung, aber die falsche“, so Hans-Joachim Hermes.

Die ganzen Veränderungen haben Auswirkungen auf die Satzungen und Ordnungen des Kirchenkreises, die auf der Herbstsynode darum entsprechend angepasst wurden. Ebenso verabschiedete die Kreissynode eine Konzeption für die Gemeindepädagogik und stimmte einem neuen Visitationskonzept für den Kirchenkreis zu.

Einstimmig verabschiedete die Kreissynode zudem den Haushalt für das kommende Jahr, der ein Volumen von mehr als sieben Millionen Euro hat und für 2019 ein Defizit von 200.000 Euro aufweist, das durch eine Rücklagenentnahme ausgeglichen wird. Für das kommende Jahr rechnet der Kirchenkreis mit einer leichten Steigerung des Kirchensteueraufkommens auf rund 7,8 Millionen Euro. 

Auf der Synode betonte Superintendent Hans-Joachim Hermes die Bedeutung der Ökumene. Die evangelische Kirche beachte neugierig und interessiert die aktuellen Strukturprozesse in der katholischen Kirche, bedauere aber auch, dass es in Bezug auf die Teilnahme an der Eucharistie für konfessionsverschiedene Paare noch keine Lösungen gebe. „Doch es wäre falsch, sich an den noch nicht überwundenen Differenzen festzuhalten und dabei die vielen gemeinsamen Wege zu unterschlagen“, machte Hermes deutlich. Die Simmerner ACK sei ein lebendiges Beispiel für Ökumene, auch der ökumenische Glaubenskurs in Rheinböllen oder gemeinsame Sitzungen von Presbyterien und Pfarrgemeinderäten. „In der Arbeit mit Flüchtlingen arbeiten wir zusammen und neue, intensivere Kontakte zur Freien Evangelischen Gemeinde in Kirchberg kamen durch das Kirchenasyl zustande“, unterstrich er und meinte: „Wir täten gut daran, dieses alles wert zu schätzen und dankbar dafür zu sein. Wir sind gewillt, diese Zusammenarbeit auszubauen und damit vielleicht irgendwann auch die letzten inhaltlichen Unterschiede als in keiner Weise trennend zu erkennen.“


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