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Strukturfragen und Kirchenasyl im Mittelpunkt

Von: Dieter Junker

Die Kreissynode des Kirchenkreises Simmern-Trarbach kommt zu ihrer Herbsttagung in Holzbach zusammen. Auf der Tagesordnung stehen Satzungen, das Kirchenasyl und der Haushalt 2019.

Die evangelische Kirche in Holzbach. Foto: Dieter Junker

Holzbach. In den vergangenen Jahren gab es beim evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach zahlreiche Strukturveränderungen. So wird es künftig in den vier Kooperationsräumen des Kirchenkreises gemeinsame Gemeindebüros geben, ebenso Gemeindepädagogen, der Kindergartenverbund VEKiST wird in den Kirchenkreis eingegliedert, das Kreiskirchenamt wird neu organisiert und es wurden neue synodale Ausschüsse für Frauen, Kirchenmusik und für Gemeindepädagogik eingesetzt.

Diese Veränderungen sollen nun auch in den Satzungen und Ordnungen des Kirchenkreises Simmern-Trarbach ihre Umsetzung finden. Der Kreissynode, die an diesem Wochenende in Holzbach zu ihrer Herbsttagung zusammenkommt, liegen dafür die entsprechenden Neufassungen zur Beschlussfassung vor. Außerdem wird sich die Synode mit der erarbeiteten Konzeption für die Gemeindepädagogik befassen, sowie mit einem neuen Visitationskonzept für den Kirchenkreis.

In den vergangenen Wochen beschäftigte den Kirchenkreis aber auch die Diskussion um das Kirchenasyl. Mehrere Sudanesen, die im Sommer nach Italien abgeschoben werden sollten, waren von Kirchengemeinden ins Kirchenasyl genommen worden, eine Abschiebung war aufgrund einer Anweisung des rheinland-pfälzischen Integrationsministeriums gescheitert. Wegen des Verdachts der Beihilfe zum illegalen Aufenthalt hatte der Rhein-Hunsrücker Landrat Marlon Bröhr eine Pfarrerin und vier Pfarrer angezeigt. Vor wenigen Tagen untersagte das Trierer Verwaltungsgericht dem Rhein-Hunsrück-Kreis in einem Eilverfahren vorläufig die Abschiebung der Betroffenen.

Der Kreissynode liegt nun der Entwurf für eine Erklärung zu Flucht, Asyl und Kirchenasyl vor, in der allen Kirchengemeinden, allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihr Engagement in diesem diakonischen Aufgabengebiet gedankt und Kritik an der von staatlicher Seite erfolgten Verschärfung der Verabredungen zum Kirchenasyl geäußert werden soll. Daneben wehrt sich der Kirchenkreis in der vorgelegten Erklärung, die von den 81 Synodalen aus den 28 Kirchengemeinden auf dem Hunsrück und an der Mosel verschiedet werden soll, gegen eine Kriminalisierung von Pfarrerinnen und Pfarrern, die aus persönlicher Gewissensnot ihrem Glauben folgen und in besonderen Härtefällen ein Kirchenasyl ermöglichen. Auch wendet sich der Kirchenkreis darin gegen das Ausnutzen der menschlichen Not von Flüchtlingen für politische Zwecke.

Und schließlich will die Kreissynode den Haushalt des Kirchenkreises Simmern-Trarbach für 2019 verabschieden. Der Etat hat in diesem Jahr ein Volumen von etwas mehr als sieben Millionen Euro und schließt in der Ergebnisplanung mit einem Minus von 200.000 Euro ab, Dieses Defizit soll über eine Entnahme aus der Rücklage ausgeglichen werden. 

Die Kreissynode wird am Freitag, 9. November, um 15 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der evangelischen Kirche in Holzbach eröffnet, die Beratungen beginnen gegen 17 Uhr im Gemeindehaus in Holzbach. Die Kreissynode endet am Samstag, 10. November, gegen 13 Uhr.


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