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Eine Ära in der Jugendarbeit geht zu Ende

Von: Dieter Junker

Im Simmerner Jugendcafé verabschiedete der Kirchenkreis und die Jugendarbeit Bernd Mauerhof. Er war mehr als 30 Jahre für Treff-Mobil tätig. Mit ihm endet eine Ära.

Anja Rinas, die geschäftsführende Jugendreferentin des Kirchenkreises (2. von rechts) verabschiedet Bernd Mauerhof (3. von rechts) in den Ruhestand. Mit dabei Mitarbeiter aus der Jugendarbeit, aber auch der Superintendent des Kirchenkreises, Hans-Joachim Hermes (2. von links), und der Jugendpfarrer des Kirchenkreises, Ingo Seebach (links). Foto: Dieter Junker

Simmern. Es ist wohl nicht vermessen, vom Ende einer Ära zu sprechen: Nach mehr als 30 Jahren in der evangelischen Jugendarbeit geht Bernd Mauerhof am 1. November in den Ruhestand. Sein Name ist eng verbunden mit Treff-Mobil und der offenen, mobilen Jugendarbeit des Kirchenkreises Simmern-Trarbach. Im Kreis von Kolleginnen und Kollegen aus der Jugendarbeit, aber auch Weggefährten aus diesen drei Jahrzehnten, wurde er in Simmern im Jugendcafé verabschiedet.

„Du bist eine feste Größe, eine Institution im Kirchenkreis, in der Landeskirche, aber auch für unzählige Hunsrücker Jugendliche und die Kommunen in der Region“, würdigte Anja Rinas, die geschäftsführende Jugendreferentin des Kirchenkreises Simmern-Trarbach den künftigen Ruheständler. „Du warst gefühlt schon immer in unserer Jugendarbeit dabei, Du bist eng verknüpft mit ganz vielen Einrichtungen, Behörden und kirchlichen Gremien. Und Du wirst uns hier sehr fehlen“, meinte sie und drückte damit das Empfinden vieler aus, die zur Verabschiedung gekommen waren.

Die Jugendreferentin verwies dabei auf Meilensteine in der Arbeit von Bernd Mauerhof. „Ich denke da an die Arbeit mit den Backesclubs in den Dörfern, Filmprojekte, den deutsch-israelischen Jugendaustausch, die Arbeit mit jungen Russlanddeutschen nach dem Ende des Kalten Krieges oder zuletzt die interkulturelle Arbeit mit jungen Flüchtlingen im Hunsrück“, betonte sie. Dabei habe Bernd Mauerhof eins ausgezeichnet: „Du hast aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen für Jugendliche erkannt und sie aufgegriffen in der Jugendarbeit“, so Anja Rinas. Sein Markenzeichen sei dabei gewesen, politische Arbeit und die Partizipation von Jugendlichen im Gemeinwesen zu verknüpfen und Jugendlichen die Mitarbeit in den Dörfern zu ermöglichen. „Dies ist Dir vielfältig gelungen“, unterstrich die Jugendreferentin des Kirchenkreises.

Dabei hat sich die Jugendarbeit in diesen 30 Jahren deutlich verändert, wie der scheidende Jugendreferent bekannte. Seinen ersten Kontakt mit der kirchlichen Jugendarbeit gab es Ende der 1970er-Jahre, als er im damaligen Treffpunkt Simmern der Evangelischen Jugendbildungsstätte Kastellaun tätig wurde. Zunächst blieb er dort, wechselte dann aber 1986 zu Treff-Mobil und prägte die dortige Arbeit nachhaltig. Treff-Mobil, 1978 als Angebot mobiler Jugendarbeit im ländlichen Raum gegründet, kümmerte sich damals um Jugendräume in den Dörfern im Hunsrück, daneben stand aber auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit im Mittelpunkt. „Dies hat unsere Arbeit schon deutlich geprägt“, erinnert sich Bernd Mauerhof. Er war damals der einzige Hauptamtliche, unterstützt wurde er von Zivildienstleistenden.

Nach dem Abzug der Amerikaner und dem darauffolgenden Zuzug von Russlanddeutschen kam ein neues Arbeitsfeld hinzu. Es entstand das Angebot „Jugendarbeit rund um den Flugplatz Hahn“ und Angebote für junge Aussiedler, um sie zu integrieren, aber auch Kontakte mit einheimischen Jugendlichen zu ermöglichen. In der Folge rückte auch die Projektarbeit in den Vordergrund, da viele Jugendliche tagsüber zur Arbeit den Hunsrück verlassen haben oder durch Ganztagsschulen an Nachmittagen nicht mehr im Dorf sind. „Auch dies war spürbar und hat unsere Arbeit gekennzeichnet“, so Bernd Mauerhof.

Kurz vor dem Ende seiner beruflichen Tätigkeit kam dann noch ein neues Feld hinzu, die Arbeit mit jungen Flüchtlingen. „Hier wurde Treff-Mobil dann in neu geschaffenen Treffpunkten für junge Migranten tätig, es entstand ein riesiges Experimentierfeld“, erzählt der Sozialpädagoge. Dazu gehörten Schwimm- und Kochkurse, Ausbildungsbegleitung, Nachhilfe, Theater und vieles mehr.

Nun endet für ihn diese Tätigkeit, zumindest hauptamtlich. „Ich werde sicher noch öfter hier im Hunsrück sein und dann auch gerne helfen, wenn meine Hilfe oder mein Rat gesucht wird“, meint Bernd Mauerhof. „Heute geht eine Ära zu Ende, und wir sind dankbar, dass Du so viele Jahre bei uns warst“, betonte Anja Rinas bei der Verabschiedung. Und der künftige Ruheständler äußerte als Wunsch zum Abschied: „Ich hoffe, dass Treff-Mobil eine Zukunft haben wird.“


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