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Abschied vom Hunsrück fällt ihm nicht leicht

Von: Dieter Junker

Pfarrer Dr. Florian Schmitz-Kahmen verlässt den Hunsrück und geht als Schulpfarrer nach Saarbrücken. In Laubach wurde er von seinen Gemeinden herzlich verabschiedet.

Pfarrer Schmitz-Kahmen im Kreise der Presbyterinnen und Presbyter aus seinen beiden Gemeinden. Foto: Dieter Junker

Laubach. In einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Laubach ist Pfarrer Dr. Schmitz-Kahmen, der fast 18 Jahre Seelsorger in den Kirchengemeinden Horn-Laubach-Bubach und in Riegenroth war, verabschiedet worden. Der 50-jährige Theologe wird ab August in Saarbrücken als Schulpfarrer tätig sein.

Bei seiner Konfirmation in Viersen habe er ein Kreuz mit seinem Konfirmationsspruch aus dem Epheser-Brief erhalten. Dieses Kreuz begleite ihn seitdem, es hing im Pfarrhaus in Horn und auch beim Gottesdienst in Laubach hatte er es mitgebracht. „Es ist für mich ein treuer Wegbegleiter bis heute“, meinte er und verwies auf den Bibeltext, wo davon die Rede ist, dass Christen nicht Gäste oder Fremdlinge, sondern Mitbürger des Heiligen und Gottes Hausgenossen seien.

„Ist das nicht eine wunderbare Zusage?“, fragte er die Gemeinde in seiner Abschiedspredigt. „Du bist kein Gast, kein Fremdling, sondern du gehörst dazu, bist ein Teil der großen Gemeinschaft“, so Pfarrer Schmitz-Kahmen. Dies habe er in seiner Zeit im Hunsrück immer wieder auch erleben dürfen, eine gemeinschaftliche Vielfalt. „Du bist so, wie du bist. Und Jesus Christus stiftet die Gemeinschaft“, betonte der Theologe.

Ihm falle der Abschied vom Hunsrück nicht leicht, seit Tagen verspüre er beim Gedanken an diesen Gottesdienst einen Kloß im Hals, bekannte der Pfarrer. Aber er sei auch sehr dankbar für diese gemeinsamen Jahre in den Dörfern im Hunsrück in seinen Gemeinden. Die beiden Kirchengemeinden Horn-Laubach-Bubach und Riegenroth stünden nun vor neuen Herausforderungen, wenn die Fusion mit den Gemeinden Bell-Leideneck-Uhler und Gödenroth-Heyweiler-Roth zur neuen Kirchengemeinde „Zehn Türme“ erfolge. „Wir sind und bleiben bei unserem Herrn und er wird es auch bleiben“, ist Florian Schmitz-Kahmen überzeugt. Und er fügte schmunzelnd hinzu: „Vielleicht sind es ja dann nicht nur die zehn Türme. Vielleicht kommt auch dann ein kleiner elfter Turm hinzu, quasi eine Außenstelle in Saarbrücken.“ Denn alle Christen seien Teil der großen Gemeinschaft, unabhängig von Kilometern und Strukturen, so der Pfarrer.

„Unseren Pfarrer lassen wir nicht gerne gehen“, hatte es in der Einladung des Presbyteriums zu diesem Abschiedsgottesdienst geheißen. Und das spürte man immer wieder, im Gottesdienst in der voll besetzten Kirche, aber auch bei der Nachfeier im kommunalen Gemeindehaus in Laubach, wo viele Menschen sich von „ihrem“ Pfarrer verabschiedeten.

„Wir haben Gott zu danken für Deinen Dienst und den Einsatz Deiner Gaben in all den Jahren“, betonte der Simmern-Trarbacher Synodalassessor Christian Hartung im Gottesdienst. 18 Jahre habe er in den beiden Kirchengemeinden das Evangelium gepredigt und Gottes Liebe und Treue bezeugt. „Du warst jemand, der es anderen nicht immer leicht gemacht hat. Du hattest klare Positionen, aber diese hast Du mit großer Herzlichkeit und sehr viel Verbindlichkeit vertreten“, so Pfarrer Hartung. Die Früchte seines Wirkens könnten jedenfalls überall in den beiden Kirchengemeinden, aber auch im Kirchenkreis wahrgenommen werden, war der Assessor überzeugt.

Florian Schmitz-Kahmen, 1967 in Viersen geboren, hat in Wuppertal, Heidelberg und Bern studiert, 1996 promoviert und ist 1997 in Brünen im Kirchenkreis Wesel ordiniert worden. Dort war er bis 1998 Pfarrer zur Anstellung, bis 2000 danach in Weeze. Am 9. Dezember 2000 wurde er zum Pfarrer der Kirchengemeinden Horn-Laubach-Bubach und Riegenroth gewählt, die Pfarrstelle trat er am 1. Januar 2001 an. Seit 2008 unterrichtete er zudem Religion an der IGS in Kastellaun.

Früh schon engagierte sich Florian Schmitz-Kahmen auch im Kirchenkreis, er war längere Zeit theologischer Abgeordneter des Kirchenkreises zur Landessynode, war Mitglied mehrerer kreissynodaler Ausschüsse, zuletzt bis vor wenigen Tagen auch Jugendpfarrer des Kirchenkreises. Der Pfarrer war zudem Autor für Rundfunkandachten im WDR und wirkte in der theologischen Prüfungskommission und im Ständigen Theologischen Ausschuss der Evangelischen Kirche im Rheinland mit.


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