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Zwischenschritte auf dem Weg zu einer Kirche der Zukunft

Von: Dieter Junker

Zwei Tage lang beriet die Kreissynode des Kirchenkreises Simmern-Trarbach über Strukturfragen. Regionale Dienstgemeinschaft, Kirchenmusik, gemeinsame Gemeindebüros und die Gemeindepädagogik waren Themen. Beschlüsse werden erst im November gefasst, doch auch in Argenthal gab es schon erste wichtige Stimmungsbilder.

Blick ins Plenum bei der Kreissynode in Argenthal. Foto: Dieter Junker

Argenthal. Wie kann es der Kirche gelingen, ihrem Auftrag, Menschen in einer sich verändernden Gesellschaft Jesus Christus näher zu bringen, nachzukommen? Und welche Rahmenbedingungen sind dafür nötig? Schon seit längerem beschäftigt sich die evangelische Kirche auf dem Hunsrück und an der Mosel mit diesen Fragen. Bei der Kreissynode des Kirchenkreises Simmern-Trarbach in Argenthal ging es nun um weitere Schritte hin zu strategischen Weichenstellungen.

„Das hier ist heute kein Anfang, sondern wir setzen einen Weg fort, der schon vor Jahren begonnen hat“, betonte Superintendent Horst Hörpel (Ohlweiler) und verwies auf die Bildung von vier Kooperationsräumen im Kirchenkreis Simmern-Trarbach, auf die Anzahl der dafür vorgesehenen Pfarrstellen und deren Wiederbesetzung bei einer Vakanz oder auch den Aufbau verbindlicher Kommunikationsstrukturen und Zusammenarbeitsformen in diesen Räumen.

„Dieser Weg, den wir gemeinsam gehen, ist richtig und wichtig“, ist der Superintendent überzeugt. Doch damit die nächsten Schritte gegangen werden könnten, müsste nun auch die Kreissynode als das leitende Gremium Weichen stellen, machte er deutlich. In Argenthal betraf dies vor allem die Arbeitsbereiche einer regionalen Dienstgemeinschaft, der Kirchenmusik, der Bildung von gemeinsamen Gemeindebüros und den Aufbau von Gemeindepädagogikstellen, die bereits seit Januar von den Presbyterien beraten wurden.

„Es sind spannende Prozesse im Kirchenkreis“, meinte dazu in Argenthal Christoph Pistorius, der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er erlebe hier eine Kirche, die sich mit großer Ernsthaftigkeit und auch mit Gottvertrauen daran mache, zu einer Kirche für die Zukunft im ländlichen Raum zu werden. Dazu gehörten Freude, Zuversicht, ein weltoffener Blick, aber auch die Bereitschaft, miteinander und füreinander einzustehen, so der Vizepräses.

Die Kreissynode in Argenthal war ein Zwischenschritt, die endgültigen Entscheidungen sollen erst auf der Herbstsynode im November fallen. Dennoch ergaben sich schon wichtige Meinungsbilder und Tendenzen, die die rund 80 Synodalen aus den Kirchengemeinden und Arbeitsbereichen des Kirchenkreises der Arbeitsgruppe „Simmern-Trarbach 2020“ mit auf den Weg gaben. Diese AG hat die bisherigen Konzeptionen entwickelt.

So ergab eine Umfrage, dass die Synodalen eine weitere Kirchenmusikerstelle im Kirchenkreis mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendliche wünschen, auch solle die Chorarbeit intensiviert werden. Deutlich fiel ein Votum dafür aus, der Frauenarbeit einen gesonderten Schwerpunkt in der künftigen Gemeindepädagogik einzuräumen und hier auch eine neue halbe Stelle zu schaffen. Für die gemeinsamen Gemeindebüros in den Kooperationsräumen sollten mindestens zwei Mitarbeiter vorgesehen werden, es sollen keine zentrale Büros werden, sondern die gemeinsamen Gemeindebüros sollen mehrere Filialen erhalten. Diese Voten und viele weitere Meinungsbilder werden nun in die Arbeitsgruppe und den Synodalvorstand gehen, der daraus die vorliegenden Konzeptionen entsprechend fortschreibt und die Beschlussvorlage für November erarbeitet. Ebenso soll bis zum Herbst dann ein Finanzkonzept dafür erarbeitet werden.

Die Protestanten warfen allerdings auch einen Blick auf die Entwicklung in der katholischen Kirche. Vertreter der Stabsstelle zur Umsetzung der Ergebnisse der Synode des Bistums Trier berichteten über die dortigen Veränderungsprozesse. „Es geht nicht darum, hier etwas zu kopieren. Aber es ist gut, einfach auch wahrzunehmen, was andere machen. Denn beiden großen Konfessionen geht es darum, den kommenden Generationen den Glauben weiterzugeben“, unterstrich Superintendent Horst Hörpel.

Im November wird es dann in Kirchberg um die endgültigen Beschlüsse gehen. Aber nicht nur das. Möglicherweise steht dann auch eine Superintendentenwahl an. Denn Superintendent Horst Hörpel geht im Frühjahr 2018 in den Ruhestand, wie er auf der Kreissynode ankündigte. Die Herbstsynode könnte den Nachfolger wählen, allerdings steht auch die Frage im Raum, zukünftig eine hauptamtliche Superintendentenstelle zu schaffen. In diesem Fall müsste dies die Herbstsynode beschließen, dann könnte ein neuer leitender Geistlicher des Kirchenkreises erst im Sommer 2018 gewählt werden. 

Eine klare Mehrheit fand in Argenthal eine Initiative der Kirchengemeinde Dichtelbach. Danach soll bei der Landessynode ein Antrag eingebracht werden, wonach bei kleineren und mittleren Kirchengemeinden auf einen testierten Jahresabschluss durch das Rechnungsprüfungsamt verzichtet wird.


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