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Kirchenkreis steht vor vier entscheidenden Jahren

Von: Dieter Junker

Anfang Juni kommt die Kreissynode Simmern-Trarbach zu ihrer konstituierenden Sitzung in Wolf an der Mosel zusammen. Schon jetzt ist klar: Weitere Strukturveränderungen stehen an. Und die Zahl der Gemeinden soll sich weiter reduzieren.

Simmern. Die Protestanten auf dem Hunsrück und an der Mosel stehen vor weiteren tiefgreifenden Veränderungen. Um die kirchliche und diakonische Arbeit trotz der negativen demografischen Entwicklung auch für die Zukunft sicherzustellen, wird es in den kommenden vier Jahren weitere Strukturreformen geben. Dies kündigte Superintendent Horst Hörpel auf einer Presbyter-Pfarrer-Konferenz des Kirchenkreises Simmern-Trarbach im Paul-Schneider-Haus in Simmern an.

Anfang Juni wird die neue Kreissynode des Kirchenkreises Simmern-Trarbach in Wolf an der Mosel zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Bis 2020 dauert die neue Amtsperiode für die rund 100 Synodalen, die den Kirchenkreis leiten. Und schon jetzt ist klar, dass dieses Leitungsgremium ebenso wie die im Februar neu gewählten Presbyterien der Kirchengemeinden grundlegende Entscheidungen zu treffen haben werden. „Die nächsten vier Jahre sind entscheidende Jahre für uns“, unterstrich der Superintendent in Simmern. Und er ist überzeugt: „2020 wird unser Kirchenkreis anders aussehen als heute.“

Bereits in den vergangenen Jahren bestimmten Strukturveränderungen die Arbeit der evangelischen Kirche auf dem Hunsrück und an der Mosel. Es gab mehrere Gemeindefusionen, mit Nachbarkirchenkreisen wurden Kooperationen, so bei der Diakonie, der Schularbeit oder der Personalverwaltung eingegangen, auch die Verwaltungsstrukturen wurden angepasst, ein neues Finanzwesen eingeführt. Dennoch: Simmern-Trarbach mit seinen rund 36.000 Protestanten ist der kleinste und auch der finanzschwächste unter den 38 Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Viele kleine Kirchengemeinden bestimmen hier das Bild, allerdings auch ein sehr reges kirchliches Leben. Doch die kleinteiligen Strukturen erschweren oft die Arbeit. Kooperation unter den Gemeinden ist angesagt, angesichts rückläufiger Gemeindemitgliederzahlen und einem Rückgang an Pfarrern und Pfarrstellen. „Ich kann die Gemeinden nur ermutigen, über die eigenen Kirchtürme hinaus zu schauen und sich an der Gemeinschaft mit anderen zu erfreuen“, so Horst Hörpel.

Vor zwölf Jahren gab es im Kirchenkreis noch 42 Kirchengemeinden, mittlerweile hat sich deren Zahl durch Fusionen auf 32 reduziert. Doch dies wird nicht der Endpunkt sein. „Unser Ziel ist es, bis 2019 die Zahl der Kirchengemeinden auf 19 zu reduzieren“, betonte Synodalassessor Christian Hartung in Simmern. Damit hätte der Kirchenkreis eine innere Struktur erreicht, mit der eine Handlungsfähigkeit auch in Zukunft sichergestellt wäre, ist er überzeugt. „Der Kirchenkreis und die Kooperationsräume werden zukünftig wichtiger, da die Gemeinden aufgrund der demografischen Entwicklung schrumpfen“, ergänzte der Superintendent. Darum sei es wichtig, die Zukunft der evangelischen Kirche auf dem Hunsrück und an der Mosel gemeinsam und in enger Zusammenarbeit der Gemeinden in den Kooperationsräumen zu gestalten, warb Hörpel für mehr Zusammenarbeit. „Wir sollten bewusster wahrnehmen, dass wir als Gemeinde vor Ort eingebunden sind in Kooperationsräume, in den Kirchenkreis, aber auch in die rheinische Kirche, in die EKD und in die weltweite Ökumene. Und wir sollten dies auch wahrnehmen“, meinte der Superintendent.

In den kommenden vier Jahren, bis zu den nächsten Presbyteriumswahlen, werden die Gemeindeleitungen und die Kreissynode also gefordert sein. Der Kirchenkreis selbst will überlegen, wie er durch weitere Kooperationen mit Nachbarkirchenkreisen Arbeitsfelder ausbauen oder sicherstellen kann. Regionale Gemeindebüros sind angedacht, auch Gemeindereferenten als Unterstützung für die Pfarrer, die Kirchenmusik wird in den Blick genommen. „Die konkrete Gestaltung unserer Kirche, die uns wichtig ist, ist unsere Aufgabe als Presbyter und Synodale“, machte der Superintendent deutlich.

Konstituierende Sitzung der Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Simmern-Trarbach am 3. und 4. Juni im Jugendhof Martin-Luther-King in Wolf an der Mosel. Ein Schwerpunkt wird dabei auch das anstehende Reformationsjubiläum 2017 sein. Als Gast wird der Kulturbeauftragte des Rates der EKD, Dr. Johann Hinrich Claussen, an der Synode teilnehmen. Der Kirchenkreis plant ein eigenes Programm zum Reformationsjubiläum, das am 31. Oktober 2016 starten soll. Außerdem werden von der Synode die synodalen Ausschüsse und die Synodalbeauftragungen gewählt.


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