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Theater: Er sitzt am Schmelztiegel

"Theaterstück von 1938 über den deutschen Antijudaismus. Der Autor, der dänische Pfarrer Kaj Munk, wurde im Januar 1944 von den Nazis ermordet."

Anläßlich des 75. Jahrestag der berüchtigten Wannsee-Konferenz, auf der die sogenannte Endlösung beschlossen wurde wird am Freitag, den 20. Januar, in der Synagoge in Laufersweiler ein Theater aufgeführt.

Kaj Munk war nicht nur Pfarrer, er war auch der damals meistgespielte Bühnenautor Dänemarks und zugleich einer der kompromisslosesten Kritiker der deutschen Besatzung. Anfänglich von Hitler angetan, kritisierte er schon früh in den 1930er Jahren die deutsche Judenverfolgung. Anfang 1938 schrieb er das Theaterstück "Er sitzt am Schmelztiegel", das von einem deutschen Archäologen handelt, der ein Bild findet, das er als eindeutig authentisches Porträt Jesu Christi identifiziert. Und dieser Jesus sieht eindeutig jüdisch und nicht "arisch" aus. Das Stück ist eine deutliche Kritik am nationalsozialistischen Antisemitismus.

Paul Gerhard Schoenborn hat das Stück ins Deutsche übertragen. In Laufersweiler wird es vom Essener Theater-Duo Sago in einer eigenen modernen Überarbeitung für zwei Personen gespielt. Veranstalter sind der Förderkreis Synagoge Laufersweiler in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Simmern-Trarbach.

Die Aufführung beginnt um 19 Uhr.
Bei Platzmangel wird in das evangelische Gemeindehaus in Laufersweiler ausgewichen.
Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 6 Euro).