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Hans-Joachim Hermes wird neuer Superintendent

Von: Dieter Junker

Weichenstellungen standen für die Kreissynode auf dem Programm. Es ging um Strukturfragen, aber auch die Wahl eines neuen Superintendenten bei der Tagung in der Friedenskirche in Kirchberg.

Der künftige Superintendent des Kirchenkreises Simmern-Trarbach, Hans-Joachim Hermes. Foto: Dieter Junker

Kirchberg. Der Argenthaler Pfarrer Hans-Joachim Hermes wird neuer Superintendent des Kirchenkreises Simmern-Trarbach. Die Kreissynode wählte den 62-jährigen Theologen in Kirchberg zum Nachfolger von Pfarrer Horst Hörpel (Ohlweiler), der seit 2000 Superintendent des Kirchenkreises ist und im Januar in den Ruhestand treten wird. Hans-Joachim Hermes erhielt auf der Kreissynode 70 von 74 Stimmen.

„Die Kirche ist in Bewegung, die Welt ist in Bewegung. Und Gott ist mit auf dem Weg“, meinte der künftige Superintendent. In den vergangenen Jahren habe der Kirchenkreis einschneidende und nicht immer schmerzfreie Veränderungen erfahren. Auch die Zukunft halte weitere Veränderungen bereit, betonte er. „Wir haben uns den Herausforderungen gestellt und wir sind doch lebendige Gemeinschaften geblieben“, so Hermes. Der weitere Weg brauche Zeit, brauche Kommunikation. Und der Kirchenkreis müsse auch überlegen, wie seine Zukunft aussehe. Diesen Fragen und Themen wolle er sich stellen, kündigte der künftige Superintendent an: „Ich will mich dem allem in einer Zeit des Wandels und der Bewegung gestaltend mit einbringen.“

Doch diese Strukturfragen und die anstehenden Veränderungen seien nicht das Evangelium, die wichtigste Aufgabe für den Kirchenkreis bleibe, die gute Botschaft weiter zu verbreiten, machte Hans-Joachim Hermes auch deutlich. „Dies wollen wir tun, in den Gemeinden, in der Diakonie, in unserer Arbeit, aber vor allem auch in der Welt um uns herum“, so der Theologe.

Kirche müsse missionarisch, ökumenisch, diakonisch sein. So war Superintendent Horst Hörpel vor 17 Jahren in Kappel angetreten. Und dieser Dreiklang sollte auch seinen letzten Bericht vor der Synode bestimmen. Ökumene habe beispielsweise das Reformationsjubiläum bestimmt, und der Einsatz für Verfolgte, Geflüchtete oder Menschen in Not sei eine wichtige Aufgabe für den Kirchenkreis gewesen, unterstrich Hörpel vor der Kreissynode. Und bei allen Strukturveränderungen gehe es vor allem auch darum, das Wort Gottes allen Menschen zu verkünden.

Der ländliche Raum habe Chancen, gab sich der scheidende Superintendent überzeugt. „Die peripheren Räume haben oft die Welt bewegt. Wer hätte gedacht, dass ein Mann aus Nazareth das Römische Reich und dann die ganze Welt verändert? Oder dass ein Mönch aus Wittenberg eine Reformation auslöst?“, fragte er. „Unser Ziel muss es sein, eine mobile, vernetzte Kirche zu werden statt eine Kirche mit vielen Immobilien zu bleiben“, betonte Hörpel. Dabei müsse man auch den Mut haben, etwas zu wagen, was es so vielleicht noch nicht gibt. Dazu gehören für ihn auch die auf der Kirchberger Kreissynode auf den Weg gebrachten Strukturveränderungen, die in der rheinischen Kirche Neuland seien, wie er erklärt.

Und es waren in der Tat viele Weichenstellungen, die die zweitägige Kreissynode in Kirchberg vornahm, nicht nur personell, sondern auch bei den Strukturen. So beschloss die Synode, dass künftig in den vier Kooperationsräumen Mosel, Simmern-Rheinböllen, Kastellaun und Kirchberg-Sohren regionale Dienstgemeinschaften aufgebaut werden sollen, in denen Hauptamtliche verschiedener Arbeitsbereiche gemeinsam mit Ehrenamtlichen den Gemeindeaufbau weiter entwickeln sollen. Auch wird es zukünftig einen gemeindepädagogischen Dienst in den vier Regionen geben, wobei den insgesamt 15 Pfarrstellen jeweils eine halbe gemeindepädagogische Stelle zugeordnet wird. 50 Prozent der Arbeit dieser Gemeindepädagogen soll dabei die Kinder- und Jugendarbeit ausmachen. Neu geschaffen wurde eine halbe Stelle für die Frauenarbeit im Kirchenkreis. In jedem Kooperationsraum sollen künftig zudem regionale Gemeindebüros eingerichtet werden. Und schließlich sprach sich die Synode für eine weitere Kantorenstelle aus, die im Raum Kirchberg-Sohren angesiedelt werden soll und den Schwerpunkt „Musikalische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ haben wird. 

Bei nur einer Enthaltung verabschiedete die Kreissynode den Haushalt für 2018 mit einem Gesamtvolumen von 6,5 Millionen Euro. Aufgrund einer Änderung des Verbandsgesetzes der Landeskirche, wonach kirchliche Verbünde nicht mehr zulässig sind, sprach sich die Synode zudem dafür aus, den Verbund evangelischer Kindertagesstätten im Kirchenkreis (VEKiST) rechtlich und organisatorisch 2020 in den Kirchenkreis einzugliedern, was dann die Auflösung des Verbundes zur Folge haben wird.


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