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Beller Kirche erhält einen neuen Glockenstuhl

Von: Dieter Junker

Seit einigen Wochen erhält der Turm der Kirche in Bell einen neuen Glockenstuhl, gleichzeitig wurde bereits ein Ringanker eingebaut, der das Vergrößern von Rissen im Turm verhindern und als Auflage für den neuen Glockenstuhl dienen soll. Rund 36.000 Euro sind dafür veranschlagt, am Reformationstag soll alles abgeschlossen sein.

Die Glocken im Turm der evangelischen Kirche in Bell. Foto: Kirchengemeinde Bell-Leideneck-Uhler

Bell. Es ist für die evangelische Kirchengemeinde Bell-Leideneck-Uhler ein großes Bauvorhaben. Seit einigen Wochen erhält der Turm der Kirche in Bell einen neuen Glockenstuhl, gleichzeitig wurde bereits ein Ringanker eingebaut, der das Vergrößern von Rissen im Turm verhindern und als Auflage für den neuen Glockenstuhl dienen soll. Rund 36.000 Euro sind dafür veranschlagt, am Reformationstag soll alles abgeschlossen sein.

Der Glockenstuhl in der evangelischen Kirche in Bell war in die Jahre gekommen. An verschiedenen Teilen der Stahlkonstruktion zeigten sich Rostspuren, die Glockensachverständige der Landeskirche hatte von einer Sanierung abgeraten und stattdessen den Einbau eines neuen Holzglockenstuhls empfohlen. Dem war auch das Presbyterium gefolgt und hatte eine grundlegende Sanierung des Glockenstuhls und der Läuteanlage beschlossen. Die Bauarbeiten wird die Firma Marx Kirchentechnik in St. Wendel ausführen.

Seit einigen Wochen nun wird im Glockenstuhl gearbeitet. Viele freiwillige Helfer sind im Einsatz, um die Arbeiten für den Betonringanker anzugehen, damit später der Holzglockenstuhl eingesetzt werden kann. Gleichzeitig werden auch die drei Tragbalken aus Stahl, die sogenannten Joche, an denen die Glocken an ihrer Krone befestigt sind, durch Holzträger ersetzt. Neu werden auch eine programmierbare Funkuhr, eine Elektroanlage und die Motoren zum Antreiben der Glocken.

„Für unsere Kirchengemeinde stellt dies schon ein großes Projekt dar, das sich aber auch lohnt und das sicherstellt, dass am Ende dieses wertvolle Geläut der Beller Kirche auch erhalten bleibt“, ist sich Pfarrerin Frauke Flöth-Paulus sicher. Und Baukirchmeister Gerhard Wagner aus Buch freut sich, dass so viele Helfer ehrenamtlich und mit großem Einsatz an den Arbeiten beteiligen. „Das zeigt, dass auch den Menschen hier im Ort und im Kirchspiel die historischen Glocken sehr am Herzen liegen“, meint er.

Drei Glocken befinden sich im Turm der evangelischen Kirche in Bell. Die kleinste der drei Glocken stammt aus dem Jahr 1313 und gehört damit zu den ältesten Glocken auf dem Hunsrück. Gegossen wurde sie von einem Glockengießer namens Johannes, wie die Inschrift verrät. Die große Glocke stammt aus dem Jahr 1459 und wurde von dem berühmten Glockengießer Tilman von Hachenburg gegossen. Die dritte Glocke aus der Glockengießerei Rincker in Sinn stammt aus dem Jahr 1957. Der romanische Turm selbst dürfte im 13. Jahrhundert erbaut worden sein. Bell war damals der Mittelpunkt einer Großpfarrei, zu der zahlreiche Orte, darunter auch Kastellaun, gehörten.

„Seit mehr als 700 Jahren rufen unsere Glocken nun zum Gottesdienst und begleiten seit Generationen Menschen auf ihren Wegen. Wenn man sich das bewusst macht, dann berührt das nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche“, so die Pfarrerin. Denn die Kirchenglocken stünden wie das ganze Kirchengebäude dafür, dass Menschen seit vielen Generationen in ganz unterschiedlichen geschichtlichen Phasen auf Gottes Zusagen vertrauen würden. „Man wird an Gott erinnert, allein schon dadurch, dass die Glocken kontinuierlich erklingen“, betont Frauke Flöth-Paulus.


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